
18.05.2026
Der dänische Zulieferer von Bergbauausrüstung und -technologie für die Zementindustrie, FLSmidth, gab am Freitag eine Erklärung ab, in der er den Beginn einer Untersuchung möglicher Sanktionsverstöße ankündigte. Grund hierfür war die Entdeckung, dass das Unternehmen bestimmte vorvertragliche Ausschreibungsunterlagen nach Russland transferiert hatte.
In einer Erklärung teilte das Unternehmen mit, dass im Rahmen einer laufenden internen Untersuchung festgestellt wurde, dass FLSmidth im Zusammenhang mit einer begrenzten Anzahl potenzieller Projekte in Kasachstan Materialien an Personen in Russland weitergegeben habe.
Das Unternehmen fügte hinzu, dass es die Teilnahme an diesen Ausschreibungen eingestellt habe.
Auf die Frage, gegen welche Sanktionen FLSmidth möglicherweise verstoßen hat, antwortete das Unternehmen in einem schriftlichen Kommentar, dass es sowohl die US-amerikanischen als auch die dänischen Behörden über den Vorfall informiert habe.
„Da die Untersuchung noch andauert, sind die Informationen, die wir zum jetzigen Zeitpunkt weitergeben können, in unserer Pressemitteilung aufgeführt“, sagte das Unternehmen.
Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union verhängten weitreichende Sanktionen gegen Russland, nachdem es 2022 eine groß angelegte Invasion in der Ukraine startete.
Wie FLSmidth feststellte, könnte die betreffende Ausschreibungsaktivität – die im Zeitraum bis 2026 durchgeführt wurde – möglicherweise als Erbringung von Dienstleistungen gelten, die den geltenden Sanktionsregeln unterliegen, und möglicherweise auch im Widerspruch zu den internen Verfahren des Unternehmens stehen.
Nach Angaben des Unternehmens (basierend auf den vorläufigen Ergebnissen der Untersuchung) wurden Ausschreibungsunterlagen bereits in der Phase der Ausarbeitung kommerzieller Angebote bereitgestellt, also vor dem Abschluss etwaiger Verträge zur Umsetzung der Projekte selbst.
FLSmidth teilte mit, dass es die zuständigen Regierungsbehörden, darunter das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums und die dänische Unternehmensverwaltung, über den Vorfall in Kenntnis setzt und seine Bereitschaft zum Ausdruck brachte, im Verlauf der internen Untersuchung mit den Behörden zusammenzuarbeiten.
Das Unternehmen sagte außerdem, dass es derzeit sein Compliance-Programm und seine Risikomanagementmaßnahmen überprüft und verbessert und andere Maßnahmen ergreift, um die Auswirkungen des Vorfalls zu minimieren.